Praxis Dr. Hubalek und Dr. Beimler

Fachärztin für Allgemeinmedizin & Anästhesiologie, Fachärztin für innere Medizin

Nach der schweren Grippe­welle und vor der nächsten Grippe­welle: Schutz­möglich­keiten besser nutzen!

 

Zu Ihrer Information: Wir empfehlen die Grippeimfung ab Mitte/Ende Oktober!!

Die Grippewelle im Winter 2017/18 ist außergewöhnlich schwer gewesen. (...) So gab es zum Beispiel geschätzte neun Millionen influenza­bedingte Arztbesuche, zwei Millionen mehr als in den starken Grippesaisons 2012/13 und 2014/15. Besonders ältere Menschen können schwer an der Grippe erkranken oder sogar versterben. "Die Schutzmöglichkeiten müssen besser genutzt werden", betont Robert-Koch-Institut (RKI) Präsident Lothar H. Wieler. Die Impfung ist trotz der von Saison zu Saison unterschiedlichen Wirksamkeit die wichtigste Schutzmaßnahme. Außerdem werden vor allem gründliches Händewaschen mit Seife und Abstandhalten zu Erkrankten empfohlen, um das Erkrankungsrisiko zu verringern.
Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Impfung

  • für alle Personen über 60
  • für chronisch Kranke aller Altersstufen
  • für Schwangere und für Medizin- und Pflegepersonal

Die Grippeschutzimpfung für gesetzlich Krankenversicherte wird in der Impfsaison 2018/2019 grundsätzlich mit einem Vierfach-Impfstoff erfolgen.

"Mit keiner anderen Impfung lassen sich hierzulande mehr Leben retten", unterstreicht Wieler. Erst im Juli hatten die Wissenschaftler über viel zu niedrigen Impfquoten in Krankenhäusern berichtet. Demnach waren in der Grippesaison 2016/2017 in der Bevölkerung gerade einmal 34,8 % der Personen über 60 Jahre geimpft.

Hier finden Sie weitere Informationen zur Grippe (Influenza) des RKI

 

Kurz für Sie zusammengefasst:

Wie ist das Krankheitsbild der Grippe (Influenza)
Die Influenza-typische Symptomatik ist oft durch einen plötzlichen Erkrankungsbeginn mit Fieber, Muskel- und/oder Kopfschmerzen gekennzeichnet. Häufig kommt etwas später ein trockener Reizhusten dazu. Allerdings erkranken längst nicht alle Infizierten so typisch. Als Faustregel gilt: Etwa ein Drittel der Infizierten erkrankt mit den genannten Symptomen, ein Drittel zeigt eine mildere Symptomatik (wie bei Erkältungs­krank­hei­ten) und ein Drittel entwickelt gar keine Symptome. Insbesondere ältere Erkrankte bekommen häufig kein Fieber. Die Krankheitsdauer liegt in der Regel bei fünf bis sieben Tagen, kann in Abhängigkeit von Komplikationen und Risikofaktoren jedoch auch deutlich länger sein. Influenzabedingte Todesfälle werden meist durch eine (zusätzliche) bakterielle Lungen­entzündung (Superinfektion) verursacht, nachdem die Influenza­viren die Lunge vorgeschädigt haben. Es gibt auch virale Lungenentzündungen – in diesen Fällen kann das Influenzavirus direkt und ohne bakterielle Super-Infektion zu einer schweren Erkrankung oder sogar zum Tod führen.

Was ist der Unterschied zwischen einer Erkältung und einer Influenza-Erkrankung?
Eine Erkältung wird oft als "grippaler Infekt" bezeichnet, hat mit der echten Grippe (Influenza) jedoch nichts zu tun. Beide Erkrankungen werden durch verschiedene Erreger verursacht. Eine Grippe wird durch Influenzaviren ausgelöst. Sie kann durch einen plötzlichen Erkrankungsbeginn mit Fieber oder deutlichem Krank­heits­ge­fühl, verbunden mit Muskel- und/oder Kopf­schmer­zen und Reizhusten, einhergehen. Eine Influenza-Erkrankung kann vor allem bei älteren Menschen, chronisch Kranken und Schwangeren zu Komplikationen wie beispielsweise einer Lungenentzündung führen und dann sogar tödlich verlaufen. Grippe-Impfstoffe sind verfügbar. Erkältungen werden von mehr als 30 verschiedenen Erregern (z.B. RSV, Rhino- und Coronaviren) hervorgerufen. Zu den Symptomen zählen Hals­schmer­zen, Schnupfen und Husten, seltener auch erhöhte Temperatur oder Fieber. In Einzel­fällen, etwa bei immunsupprimierten Menschen und Klein­kin­dern, kann jedoch auch eine Erkältung zu schweren Komplikationen führen.
Es ist oft nicht möglich, eine echte Grippe und eine Erkältung nur anhand der Symptome zu unterscheiden. Für Ärzte ist es daher auch wichtig zu wissen, welche Viren gerade in der Bevölkerung zirkulieren. Mitten in der Grippewelle ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Patient an Grippe erkrankt ist, auch bei milder Symptomatik hoch.

Wie steckt man sich mit Influenzaviren an?
Eine Ansteckung erfolgt überwiegend durch virushaltige Tröpfchen, wenn sie insbesondere beim Husten oder Niesen von Erkrankten ausgeschieden werden und über eine geringe Distanz auf die Schleimhäute der Atemwege von empfänglichen Personen gelangen. Darüber hinaus ist eine Übertragung auch über Hände und Oberflächen möglich, die durch virushaltige Sekrete verunreinigt sind, wenn die Hand anschließend Kontakt zu Mund oder Nase hat.

Wie lange dauert es, bis Symptome auftreten und wie lange sind Patienten ansteckend?
Die Inkubationszeit beträgt ein bis zwei Tage. Das ist die Zeitspanne, die durchschnittlich vergeht, bis nach einer Infektion mit Influenzaviren die ersten Symptome wie Fieber oder Muskelschmerzen auftreten.
Ein Erkrankter kann prinzipiell andere Menschen infizieren, solange er vermehrungsfähige Viren ausscheidet, wobei die Menge der ausgeschiedenen Viren mit der Stärke der Symptome korreliert, das heißt zu Beginn der Erkrankung mehr und bei nachlassender Symptomatik immer weniger. Dies ist im Mittel nach vier bis fünf Tagen ab Auftreten der ersten Symptome der Fall. Eine längere Ausscheidungsdauer ist aber möglich, vor allem bei Immunsupprimierten und schwerer Erkrankten. Bei Patienten im Krankenhaus, die häufig chronische Vorerkrankungen und einen schweren Verlauf haben, ergab eine Studie z.B. eine mittlere Ausscheidungsdauer von sieben Tagen. Eine Virusausscheidung schon vor Symptombeginn ist möglich.

Wann beginnt eine Grippewelle?
Die jährliche Grippewelle hat in den vergangenen Jahren meist im Januar begonnen und drei bis vier Monate gedauert. Außerhalb dieser Zeit werden nur wenige Fälle beobachtet.

Welche saisonalen Grippeviren kommen bei Menschen vor?
Die saisonale Influenza wird seit Jahrzehnten von insgesamt vier Influenza-Subtypen oder –Linien verursacht: Bei Influenza Typ A die beiden Subtypen H1N1 und H3N2 (H steht für Hämagglutinin, N für Neuraminidase – das sind zwei Proteine auf der Virushülle), außerdem zwei Influenza-B-Linien (Victoria- und Yamagata-Linie). Von diesen vier Gruppen zirkulieren weltweit verschiedene Varianten. Von Saison zu Saison unterscheidet sich, welche Virusgruppe - und welche Variante davon - am häufigsten vorkommt. Referenzlaboratorien auf der ganzen Welt – in Deutschland das Nationale Referenzzentrum für Influenza im RKI – untersuchen kontinuierlich die zirkulierenden Influenzaviren und übermitteln ihre Ergebnisse an die Weltgesundheitsorganisation (WHO), die auf dieser Basis etwa die Zusammensetzung des Influenza-Impfstoffs für die kommende Grippesaison bestimmt.

 

Hier finden Sie noch mehr Informationen zu diesem Thema
(Informationen teils aus der aktuellen Pressemitteilung des
Robert Koch-Instituts)

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